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Vollblüter und Porsche Club hat Hans-Werner in seiner Einladung angekündigt.

Was Stuttgart-Zuffenhausen für den Sportwagenfan ist,
ist oder war das Gestüt Graditz der Begriff für Pferdezucht in der DDR (darf man das noch so schreiben?)
Neue Pächter gehen hier ganz neue alte Wege. Und die sollten erkundet werden.

Nach der Ankunft und dem Begrüßungstrunk startet bereits das Sommer-BBQ.
Bei Rindsbratwurst vom hofeigenen Hereford-Rind, Burger vom Bio-Rind mit Zwiebel und Rosinen-Topping und Rindernacken, Wein, Bier, Wasser und Limonade konnte man sich nach der langen, kurvenreichen Anfahrt zu den Elbweiden erst mal wieder richtig stärken. Porsche Fahren ist wirklich anstrengend. Das weiß selbst der Pferde- und Rinderzüchter. Auch wenn er Mercedes fährt.

So ganz nebenbei erklärte uns Herrn Schneider schon mal was zu seinem Gestüt und zur Hereford-Rinderherde.

Am Ende war klar: Pferdezucht ist einfacher als Lottospielen.  
1 : 800, dass du einen Derbysieger züchtest.
Herr Schneider und Herr Tandler hatten in ihrem „Vorleben“ Software entwickelt und konnten so gut mit Zahlen umgehen und rechnen.
Da wird es sicher die nächste Erfolgsgeschichte geben.
Schon komisch, was zwischen Essen und Vortrag alles so im Kopf hängen bleibt.

Nach dem Essen wurden uns dann vom Gestütsleiter Herrn Bothendorf die wichtigsten Pferde im Stall gezeigt.

Und jetzt wird´s schwer: Hab ich alles korrekt in Erinnerung.
Die Zuchthengste Arrigo und Santiago. Zwei Jährlinge, die für die Auktion im Herbst vorbereitet werden und zum ersten Mal vor Publikum auftreten durften. Und … (da war die Gedächtnislücke wieder). Sorry.
Während der Pferdeparade wurde Kutsche vorgefahren und die Pferde angespannt.
Wegen der hohen Teilnehmerzahl durften nur die Fußkranken, Frauen und Kinder mitfahren. Die anderen wollten laufen.
Durch den Schlosshof (errichtet von August dem Starken) ging es zu den Weiden.

Im Graditzer Park sind große Koppeln angelegt, von denen jede ein eigenes Stallgebäude hat. So haben die Pferde kurze Wege und müssen nicht jeden Abend einen weiten Fußmarsch zum Gestüt antreten. Sie können quasi das Leben in vollen Zügen genießen und müssen nicht ständig zwischen Stall und Koppel pendeln. So stehen maximal 10 Mutterstuten mit ihren Jährlingen auf einer Koppel. Und dort gibt es wie im richtigen Leben eine Rangordnung. Es gibt eine Chefstute, die als erste frisst und entscheidet, ob die Besucher am Gatter begrüßt werden.
Die Pferde verbringen das ganze Jahr auf der Koppel. Welch eine Freiheit! Spielerisch werden sie so auf ihr Leben als Rennpferd vorbereitet.

Während unsere Frauen mit der Kutsche an die Elbwiesen fuhren, trabten wir fröhlich hinterher.
Direkt am Elbdeich gibt es auf 80 ha (das sind wirklich 800.000 Quadratmeter, oder so geschätzt 2 km mal 400 m) zusätzliche Weiden, Koppeln und den Sommerstall. Und der hatte zum Schutz vor dem Elbe-Hochwasser bereits im 19. Jahrhundert einen Eisbrecher an der Giebelseite und steht längs zur Elbe, damit das Wasser schnell rein und auch schnell wieder raus kann.

In der Nähe vom Sommerstall konnten wir auch die Hereford-Rinder sehen. Wegen des nassen Wetters der Vortage konnte die Kutsche jedoch nicht bis zur Weide fahren. Und wir konnten unsere Damen doch nicht alleine zurücklassen.
Die Hereford-Rinder stehen das ganze Jahr über auf den Elbwiesen und bekommen dort all das zu fressen, was die Pferde stehen gelassen haben. Aber das reicht für ein Stück gutes Rind(fleisch)
Der Weg zurück führte uns (die Fußläufigen) noch durch die königlichen Stallungen. Geflieste Wände und Eichentüren im denkmalgeschützten, vollsanierten Gebäude. Das hat schon 5-Sterne-Charakter.

So viel laufen macht hungrig und durstig. 10000 Schritte hatte ein schlaues Smartphone gezählt.
Zum Glück gab`s noch die Reste vom BBQ.

Eine spannende Ausfahrt, eine gelungene Veranstaltung neigte sich bei interessanten und amüsanten Gesprächen dem Ende zu.
Es war schon dunkel, als die letzten 6-Zylindder das Gestüt Graditz verließen.

Falls mal einer von Euch nicht aufgepasst und das Wichtigste vergessen hat:
Hereford-Elbweidefleisch bekommt man auch in Leipzig.
Ich hab es schon getestet. Die Bratwürste schmecken auch daheim vom Grill lecker.

Danke Hans-Werner.
Die Idee, die Organisation und das Event waren Spitze.
Das darf ich ganz sicher im Namen des Vorstandes und deiner Club Freunde und der Club Mitglieder sagen.

Bilder werden hier schnellstens noch eingefügt. Die liegen bei Hans-Martin noch auf der Festplatte.

Hat einer von Euch auch eine gute Idee? Meld dich bei Sven. Das nächste Event könnt deine Veranstaltung sein.

Und wieder mal: Christian